Zen und Kampkunst

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Author: Master Jy Din


January 1996

Erinnerung an Meister Xu Yun

Xu Yun, der Name des Meisters, wird im Deutschen als „Leere Wolke“ übersetzt. Diese Übersetzung ist für viele Menschen häufig verwirrend. Wir wissen, was eine Wolke ist. Doch was ist mit „leer“ gemeint? In der Chan-Literatur wird der Begriff „leer“ unterschiedlich definiert. Deshalb möchte ich zuerst seine Bedeutung klären.

„Leer“ bedeutet: leer sein vom Ego – ohne irgendeinen Gedanken an ein „Selbst“. Diese „Leere“ heißt nicht, daß man wie eine Pflanze oder ein wildes Tier existiert, ein Lebewesen also, daß nur Wasser, Lebensmittel und Sonnenlicht verarbeitet, um zu wachsen und sich fortzupflanzen. Es bedeutet vielmehr, daß man damit aufhört, Ereignisse, Personen oder Dinge in der Umgebung in Begriffe wie „ICH“, „MICH“ oder „MEIN“ einzuteilen. Eine Person, die leer ist vom Ego, hat selten die Gelegenheit, diese Fürwörter zu gebrauchen.

Lasst mich das konkretisieren. Wir alle haben schon von Eltern, einem Freund oder Liebenden gehört, der behauptet, völlig selbst-los in seiner Liebe zu einem anderen zu sein. Ein Ehemann wird sagen: „Ich habe nichts für mich behalten, ich habe ihr, meiner Frau, alles gegeben.“ Dieser Mann ist nicht „leer“. Er hat bloß einen Teil seiner Identität auf eine andere Person projiziert. Eine Person ist wahrhaft leer, wenn sie nichts besitzt; die völlig SELBST-LOS ist.

Ihre Interessen sind nicht die eigenen Bedürfnisse und das eigene Verlangen. Sie selbst ist frei von solchen Überlegungen und nimmt sie nur im Zusammenhang mit der Fürsorge für andere wahr. Sie bewertet den Menschen nicht danach, ob sie sympathisch oder unsympathisch, würdig oder unwürdig, nützlich oder nutzlos sind. Weder achtet noch missachtet sie jemanden. Sie versteht einfach, daß der große Buddha Amitabha, der Buddha des unendlichen Lichtes und der Güte, in jedem Menschen lebt und daß es im Interesse dieser Buddha-Natur ist, sich Selbst zu entäußern.

Das Erlangen einer solchen Leere ist niemals leicht. Eine alte Chan-Geschichte soll das illustrieren:

Ein Chan-Meister unterwies einen Novizen, der große Schwierigkeiten hatte, sich von den Menschen seines früheren weltlichen Lebens zu lösen.

„Du kannst der Lehre nicht dienen, solange Du diese Bande nicht abschneidest“, sagte der Meister. „Du musst diese besitzergreifenden Beziehungen zerstören. Töte sie! Betrachte sie, als ob sie nicht mehr existieren.“

Der Novize sagte: „Was ist mit meinen Eltern? Muss ich sie auch töten?“

Der Meister erwiderte: „Wer sind sie schon, daß sie verschont bleiben?“

„Und Du Meister“, sagte der Novize, „muß ich Dich auch töten?“

Er lächelte und sagte: „Es ist von mir nicht genug übrig, an das Du Hand anlegen könntest.“

Solch ein Meister war Xu Yun. Es war nicht genug von ihm übrig, ihn zu fassen. 1940 bombardierte die japanische Luftwaffe das Kloster Nan Hua, wo er saß und meditierte. Sie konnten nicht Hand an ihn legen.

1951, als er ein alter Mann von 93 Jahren war, schlugen Kommunisten wiederholt auf ihn ein. Aber, obwohl sie seine Knochen brachen und andere jüngere und stärkere Mönche töteten, konnten sie ihm nichts anhaben. Es war nicht genug von ihm übrig um ihn zu fassen. Wie kann die Buddha-Natur getötet werden? Xu Yun würde nicht sterben, bis er bereit dazu wäre, bis er die Aufgabe vollendet hätte, die er sich selbst gestellt hatte.

Ich möchte über diesen bemerkenswerten Mann erzählen. Dieser „Leeren Wolke“, deren Gegenwart mein Leben bestimmt hat. Ich werde Euch Dinge erzählen, an die ich mich erinnere und ich werde mein Bestes tun, um seine Lehre an Euch weiterzugeben. Indem Ihr von mir lernt, könnt Ihr vielleicht etwas von der Freude erfahren, die ich hatte, indem ich ihn kannte.

In Xu Yuns Gegenwart zu sein, war die Erfahrung des nebligen Morgens eines Sonnentages. Es war, als wäre man in einer jener Wolke, die am Gipfel des Berges sind. Ein Mensch kann die Hand ausstrecken und versuchen den Nebel zu fassen. Aber wie sehr er auch versucht ihn zu ergreifen, seine Hand wird immer leer bleiben. Egal wie müde sein Geist ist, die „Leere Wolke“ wird ihn mit lebensspendender Frische erfüllen. Egal wie sehr sein Geist von Wut und Enttäuschung erhitzt ist, eine Kühle wird sich über ihn legen wie sanfter Tau.

Das ist die „Leere Wolke“ des Xu Yun, die immer noch bei uns weilt. Zeit und Sonne können sie nicht auflösen, denn sie ist die Sonne selbst – genau wie sie, ist sie ewig.

Jetzt werde ich Euch etwas von der Geschichte erzählen, die Xu Yun und ich mit einander teilen.

Während der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, als ich noch ein kleiner Junge war, war Xu Yun noch nicht in das Nan Hua Kloster gekommen. Das Nan Hua ist ein Kloster, welches von Hui Neng dem 6. Patriarchen des Chan gegründet wurde. Das Kloster befindet sich in der Nähe der Stadt Shao Guan, wo ich lebte. Shao Guan liegt etwa 100 Meilen nördlich von Guan Zhou (Kanton) in der Provinz Guang Dong im Süden Chinas.

In all den Jahrhunderten, seit seiner Gründung 675 n. Chr., hatte das Nan Hua Kloster Zeiten der Verwahrlosung und des Wiederaufbaus erfahren. Als ich ein Junge war, hatte es gerade eines seiner verwahrlosten Phasen. Soweit ich mich erinnern kann, war es mehr ein Spielplatz, als eine geweihte Stätte wie heute. In jenen Tagen war Shao Guan eine verschlafene kleine Stadt am Fluss. Die Kinder hatten zum Spielen nicht viele Möglichkeiten. Zum Kloster Nan Hua zu gehen war deshalb für uns wie ein Besuch im Disneyland.

Was ein Besuch dieses „Kloster-Spielplatzes“ so aufregend machte, war, daß sich niemand darum kümmerte. Etwa einhundert Mönche und ein paar Dutzend Nonnen lebten dort. Aber meistens waren sie mit sich selbst beschäftigt, indem sie sich stritten. Nonnen stritten mit Nonnen, Mönche stritten mit Mönchen und Nonnen stritten mit Mönchen. Und die Gebäude dieses großen religiösen Zentrums, waren bloß der Ort an dem all diese Streitereien stattfanden. Es schien keine Rolle zu spielen, daß das Holz verrottete, der Stein verwitterte und die schmiedeeisernen Verzierungen an der alten roten und weißen Pagode verrosteten. Der Verfall ging einher mit dem Niedergang der klösterlichen Disziplin. Fromme Buddhisten, wie meine Eltern, besuchten das Kloster und warfen Geld in den Opferstock. Und wenn die ungezogenen Jungen, wie mein älterer Bruder und ich, auf alten Bauwerken herum kletterten oder bei den heiligen Statuen Versteck spielten oder in heiligen Hallen herum rannten, hat niemand geschimpft.

Wenn man uns den Spaß verboten hätte, hätte es keine Opfergaben gegeben. Ich vermute, die Mönche wussten, daß sie schon genug unter den baufälligen Gebäuden zu leiden hatten. Also warum, sollten sie riskieren, ihre Probleme durch finanzielle Fehlbeträge zu vergrößern.

Deshalb hatten wir immer viel Spaß, wenn wir nach Nan Hua fuhren. Wir rannten auf der Brücke über den Caoxi und kletterten auf einer der nahe gelegenen Berge, indem es eine Höhle gab. Es heißt, daß der 6. Patriarch in dieser Höhle meditiert hat. Wir saßen in der Höhle und lachten, ahmten seine fromme Haltung nach. Kein Wunder also, daß der 6. Patriarch Xu Yun in einer Vision erschien und ihn bat, in das Kloster Nan Hua zu gehen um das Durcheinander dort zu beseitigen.

Ich habe Xu Yun erst 1934 kennen gelernt als ich siebzehn Jahre alt war. Er hingegen war über sechzig. Er sah damals genauso aus wie auf dem Foto, das ich an den Anfang dieses Textes gestellt habe. Ich werde Euch von dieser ersten Begegnung erzählen. Aber um dieses Ereignis richtig beurteilen und einschätzen zu können, müsst Ihr etwas mehr von mir wissen.

Mein Familiennahme ist Feng. Ursprünglich kommt meine Familie aus der Provinz Fu Jian, aber mein Vater ging nach Shao Guan. Hier sind mein älterer Bruder und ich geboren und aufgewachsen. Berücksichtigt man die damaligen Verhältnisse, so kann man sagen, daß meine Familie reich war. Mein Vater besaß zwei Geschäfte: einen Baustoffhandel und einen Laden, in dem er getrocknete Lebensmittel wie Pilze, Schalotten und andere Gemüse verkaufte.

Ich vermute, meine Eltern hofften, daß eines Tages mein Bruder das eine und ich das andere Geschäft übernehmen würde. Aber die Begabungen meines Bruders lagen nicht gerade auf akademischem Gebiet und bald begannen sich meine Eltern wegen der Fähigkeiten meines Bruders Sorgen zu machen. Als ich vier Jahre alt war, begann ich bei den Privatlehrern, die meinen Bruder unterrichten sollten, zu lernen. Er war mir zwei Jahre im Voraus, aber ich lernte schnell und begann ganzen Klassen zu überspringen, so daß ich am Ende meinem Bruder voraus war. So kam es, daß ich zwei Jahre vor meinem Bruder die sechsjährige Grundschule beendet hatte und das, obwohl ich zwei Jahre jünger war als er.

Dann besuchte ich die Mittelschule. Der Name der Schule war Li Qun, was bedeutet, daß es sich um eine Schule handelte, die die Menschen ermutigen will. Es war eine römisch-katholische Schule und alle Lehrer waren Priester oder Nonnen. Es war die beste Schule in der ganzen Gegend. Das Studium des Christentums war mehr oder weniger freigestellt. In meinem Fall war es eher mehr als weniger freigestellt. Alles, was mich wirklich kümmerte, waren Ballspiele. Wenn man den Ball werfen, treten, prellen oder schlagen konnte, war ich interessiert. In der Mittelschule war es das, wozu ich mich am meisten „ermutigt“ fühlte.

Aber ich habe genügend gelernt, um die Aufnahme an einem College für Pädagogik für ein dreijähriges Studium zu schaffen. Es stand mir nicht der Sinn danach getrocknetes Gemüse zu verkaufen und deshalb dachte ich daran, Lehrer zu werden.

Und da war ich nun, ein naseweiser Siebzehnjähriger - ein Neunmalkluger würdet Ihr sagen - der wie gewöhnlich an einem Tag in den Ferien nach Nan Hua ging, um sich mit gleichaltrigen Jungen und Mädchen zu amüsieren.

Ich hatte noch nie von Xu Yun gehört und ganz sicher erwartete ich nicht, daß ein heiliger Mann gerade nach Nan Hua gekommen war. Aber er war da.

Irgendetwas geschah mit mir als ich in sein Gesicht sah. Plötzlich fiel ich auf die Knie und presste meine Stirn auf den Boden und zeigte ihm demütig meine Ehrerbietung (wörtlich: Kotau machen).

Alle meine Freunde waren erstaunt. In meinem ganzen Leben hatte ich niemandem gegenüber eine solche Ehrerbietung gezeigt ... Dennoch, hier war ich und demütigte mich vor ihm ohne einem fremden Willen zu gehorchen; es war völlig unerklärlich. Erfüllt von Ehrfurcht und Staunen erwies ich Xu Yun dreimal meine demütige Ehrerbietung. Der große Meister lächelte mich an und fragte: „Wer bist du und woher kommst du?“ Ich konnte kaum sprechen. „Ich bin Feng Guo Hua und ich komme aus Shao Guan.“ Und Xu Yun lächelte wieder und sagte: „Amüsier’ dich gut im Nan Hua Tempel“. Er war umgeben von vielen anderen Mönchen, die schweigend dreinblickten. Ich vermute, sie wussten nicht, was sie sonst hätten tun sollen.

Jetzt konnte ich es nicht erwarten wieder nach Nan Hua zu kommen, aber nicht, weil ich Spaß haben wollte, sondern um Xu Yun wiederzusehen.

Als ich ihn das zweite Mal traf, fragte er mich, ob ich die buddhistischen Regeln annehmen und damit formal gesehen Buddhist werden wollte. Ich sagte: “Ja, natürlich.“ Uns so erhielt ich die Regeln von Xu Yun. Er gab mir den Namen Kuan Xiu, was „große und umfassende Übung“ bedeutet.

Es gab keinen Fußball mehr, kein Basketball, noch nicht einmal mehr Tischtennis. Während meiner Sommerferien fuhr ich jetzt zweimal in der Woche die etwa 20 Meilen zum Nan Hua Kloster. Ich nahm den Zug zum Ma Ba Berg, einer Felsformation, die als Wahrzeichen gilt und dann lief ich die vier Meilen zum Kloster zu Fuß. Xu Yun gab mir Bücher für das Studium des Buddhismus und damit verbrachte ich meine gesamte Ferienzeit. Das erste Mal in meinem Leben war ich von Religiosität erfüllt. Ich wollte Priester werden.

Aber meine plötzliche religiöse Bekehrung stiftete zu Hause Verwirrung. Die Dinge waren nicht so einfach. Als ich geboren wurde, gingen meine Eltern zu einem berühmten Astrologen und ließen ein Geburtshoroskop für mich erstellen. Der Astrologe sah ganz klar in den Sternen, daß ich ein hochrangiger Offizier beim Militär werden und im Alter von etwa dreißig Jahren sterben würde. Einen toten Helden in der Familie zu haben, das war eine Ehre und deshalb konnten sich meine Eltern damit abfinden. Deshalb waren sie auch so glücklich, daß ich so gut in der Schule war. Sie glaubten, daß das Familiengeschäft in meinen Händen sicher sei, besonders als nach und nach ersichtlich wurde, daß die Geschäfte in der Hand meines Bruders nicht so gut laufen würden. Als meine Eltern schließlich erfuhren, daß es mein Wunsch war, Priester zu werden, haben sie die Nachricht als Buddhisten froh aufgenommen. Als Geschäftsleute aber waren sie sehr besorgt. Es war der falsche Sohn, der beschlossen hatte, Priester zu werden!

Bevor ich mich jedoch zum Priestertum berufen fühlte, hatte ich andere Pläne für die Zukunft. Ich hatte den Vorhersagen des Astrologen niemals irgendwelchen Glauben geschenkt, empfand die Aussichten ein Schullehrer zu werden allerdings als langweilig, sodass ich beschloss, nach dem College Chiang Kai Shekes Militärschule (Whampao Akademie) in Kanton zu besuche. Chiang war damals der Kommandant von Whampao.

Wegen meines Ehrgeizes war mein Bruder gezwungen, sich so gut wie möglich auf die Übernahme des Familiengeschäftes vorzubereiten. Leider oder glücklicherweise musste er sich niemals in der Geschäftswelt beweisen. Nach der Invasion der Japaner kam die kommunistische Revolution und es gab kein Geschäft mehr zu übernehmen.

Aber 1934, als ich siebzehn Jahre alt und in meinem ersten Jahr am College war, hatte der Krieg mit Japan noch nicht begonnen. Xu Yun aber hat mich - mit der Voraussicht eines wirklichen Weisen - hinsichtlich meiner militärischen Ambitionen sofort entmutigt. Tatsächlich habe ich die Idee auch bereits an dem Tag, an dem ich ihn kennenlernte, verworfen. Ich wollte Priester werden, sprach aber mit niemandem darüber, weil ich dachte, es würde eitel und leichtfertig klingen. Später, in einem meiner vielen persönlichen Gespräche mit Xu Yun, gestand ich ihm meine Hoffnung, eines Tages Priester zu werden. Er sagte nur, daß ich am College bleiben und meine Ausbildung abschließen sollte. Danach würden wir uns über das Priestertum unterhalten.

1937 habe ich den Abschluss am College gemacht. In diesem Herbst, zum Fest der Herbstmitte, das Mitte September bzw. im 8. Monat des Vollmonds nach dem chinesischen Kalender, stattfindet, rasierte ich meinen Kopf. Sofort danach zog ich als Novize ins Kloster von Nan Hua und wartete auf die Ordinierungszeremonie, die in drei Monaten stattfinden sollte. Und so geschah es. Mitte Dezember 1937 wurde ich zusammen mit zweihundert anderen Mönchen ordiniert.

Bei dieser Gelegenheit gab mir Meister Xu Yun den Namen Jy Din, der die Bedeutung hat „Frieden verstehen und erreichen“. Er gab mir auch viele seiner alten Gewänder und ich fühlte mich sehr privilegiert, sie zu tragen.

Kurz nachdem ich Mönch geworden war, begannen die Japaner mit ihrer Invasion in China und ich begann zu vermuten, daß Xu Yun eine Vorahnung gehabt haben muß, weil er mich absichtlich davon abgeschreckt hatte, die Militärschule zu besuchen. Offenbar hatte er gefürchtet, daß ich ein Opfer der Armee werden könnte, wenn ich Offizier würde. Er hatte andere Aufgaben für mich, die es zu erfüllen galt. Xu Yun war ein Mann, für den das Wort „Versagen“ nicht existierte. Er hatte Ziele und für ihn war ich eines der Instrument, mit dem er seine Ziele erreichen würde.

Das Leben im Kloster Nan Hua war hart. Die Mönche und Nonnen bauten ihr eigenes Gemüse an, kochten, putzten und nähten sogar ihre Kleidung selbst. Sie schliefen auf Holzbohlen und deckten sich nur mit einer dünnen Grasmatte zu. Geld bekamen sie nur durch Spenden und aus der Verpachtung von Klosterland an die Bauern.

Als Xu Yun 1934 nach Nan Hua kam, wusste er, daß es kein Glücksgefühl geben würde, bevor nicht die Disziplin wiederhergestellt worden war. Deshalb führte er strenge Vorschriften und Regeln ein. Wenn jemand das erste Mal eine Regel brach, dann wurde sie oder er bestraft. Beim zweiten Mal wurde sie oder er entlassen.

Xu Yun teilte die verschiedenen Aufgaben und Pflichten einzelnen Abteilungen zu und führte eine Hierarchie ein, eine aufsteigende Rangfolge der Verantwortung, um jede Abteilung überwachen zu können. Jeder musste seine Arbeit erledigen und Xu Yun duldete keine Schlamperei. Er hatte einen dicken Stock, den er überall hin mitnahm und er scheute sich nicht, ihn zu gebrauchen. Erstaunlicherweise nahmen die Streitereien und Verfehlungen ab. Gesetz und Ordnung hatten den Frieden gebracht.

Aber das war nicht genug, um die klösterliche Disziplin wiederherzustellen. Xu Yun wusste, daß auch die Klostergebäude repariert werden mussten. Obwohl mein Vater kein Baumaterial zu Verfügung stellte - eine andere Firma erhielt den Vertrag - spendete er Geld, um den Wiederaufbau zu unterstützen. Zum Glück wurden die Gebäude, in denen sich die Schlafräume befanden, zuerst saniert. Jeder, der in Nan Hua lebte, war dankbar für die Verbesserung der Unterkunftsmöglichkeiten.

1938 wurde Xu Yun für eine ganze Reihe von Lehrgesprächen und Zeremonien nach Hongkong eingeladen, wo Kanton-Chinesisch gesprochen wird. Weil der Meister aber Hunan, den nördlichen Dialekt sprach, ich aber beides, Hunan und Kanton, war es notwendig, daß ich ihn begleitete, um für ihn zu übersetzen.

Während wir dort waren, griffen die Japaner Shanghai im Norden und Nanjing im Süden an. Die Verluste in Shanghai waren sehr groß und was Nanjing betrifft, so waren die Angriffe derart furchtbar, daß der Angriff als die schändliche „Vergewaltigung von Nanjing“ bekannt ist, weil so viele unschuldige Zivilisten vorsätzlich regelrecht abgeschlachtet wurden.

Weil nur wenige Straßen aus Nanjing führten und alle von ihnen gefährlich waren, versuchten viele Flüchtlinge den japanischen Invasoren zu entkommen, indem sie auf dem Fluss reisten. Weil die Stadt Shao Guan am Zusammenfluss zweier Flüsse liegt, kamen viele Boote mit Flüchtlingen dort an.

Als Xu Yun von den Angriffen auf Shanghai und Nanjing hörte, sah er dieses Flüchtlingsdrama voraus und beendete sofort seine Gespräche in Hongkong. Wir beide kehrten nach Nan Hua zurück und begannen ein Hilfsprogramm für die Flüchtlinge aufzustellen.

Xu Yun beschloss, daß sich die Mönche von Nan Hua den alten buddhistischen Brauch zu eigen machten, der noch immer von der theravadischen Regel befolgt wurde, nämlich nur zwei Mahlzeiten - Frühstück und Mittagessen - zu sich zu nehmen. Nach der neunten Stunde durfte nichts mehr gegessen werden. Die Lebensmittel, die auf diese Weise eingespart wurden, wurden für den Flüchtlingen und, wenn notwendig, den chinesischen Soldaten gespendet.

Wegen des großen Elends der Menschen, hielt Xu Yun viele zusätzliche religiöse Zeremonien ab, für die Verletzten und für die Toten. Diese Zeremonien halfen Hoffnung und Trost für viele gequälte Seelen zu bringen.

Für Xu Yun war aber ein Ziel ein Ziel und noch nicht einmal die japanische Invasion konnte ihn davon abbringen, das Nan Hua Kloster Instandzusetzen. Deshalb wurde das Wiederaufbauprogramm fortgeführt.

1939 wurden die berühmten Statuen der Könige der Himmelsrichtungen neu geschaffen und der Tempel für ihre Unterbringung errichtet. Die offizielle Einweihungszeremonie fand 1940 statt. Die Anstrengungen des Wiederaufbaus hatten auch einen heilsamen Effekt auf die Moral aller. Sie vermittelten das Gefühl von Zuversicht und Zukunft.

Jetzt möchte ich Euch von der Bombardierung des Nan Hua Klosters, die schon eingangs erwähnt habe, berichten.

Nachdem die Japaner Nanjing und Shanghai angegriffen hatten, trafen sich die Gouverneure von vierzehn chinesischen Provinzen (Staaten) einige Male in Nan Hua, um zu versuchen, eine koordinierte Verteidigungspolitik und -strategie zu entwickeln, um den japanischen Angreifern Widerstand zu leisten. Diese Treffen sollten streng geheim bleiben, aber die Japaner, die einen Luftwaffenstützpunkt in Guang Zhou (Stadt Kanton) errichtet hatten, erfuhren sehr schnell davon.

Obwohl natürlich später jeder versuchte, die fehlende Geheimhaltung auf Spione im Mitarbeiterstab der einen oder anderen Regierung zu schieben, bleibt die Tatsache, daß Politiker - in der Art wie sie nun einmal sind - nicht gerade viel dazu beigetragen haben, die Treffen geheim zu halten. Die Gouverneure und ihr Gefolge trafen mit aller Pracht in Limousinen ein. Es gab genug glänzendes Chrom auf dem Parkplatz von Nan Hua, um die Aufmerksamkeit von jemandem auf dem Mars auf sich zu lenken. Die Japaner in Guang Zhou hatten also keine Schwierigkeiten, diesen geheimen politischen Treffpunkt herauszufinden.

Um also auf einen Schlag so viele zivile Führer wie möglich zu töten, schickten die Japaner drei Kampfbomber nach Norden, um das Kloster anzugreifen.

Als die Flugzeuge den Bombenangriff auf den Klosterkomplex starteten, befahl Xu Yun, daß jeder Schutz suchen und Ruhe bewahren sollte. Er schickte die Gouverneure in den Tempel des Sechsten Patriarchen und die Mönche in den größeren Ming Tempel. Er selbst ging ruhig in das offensichtlichste Ziel, in die Meditationshalle, um für jedermanns Sicherheit zu beten.

Beim ersten Angriff kam einer der beiden Männer, die die Autos der Gouverneure bewachen sollten, ums Leben. Er hatte seinen Posten verlassen und Schutz in einem großen Abwasserrohr gesucht, das für das Wiederaufbauprojekt verwendet werden sollte. Eine der Bomben fiel auf das Abwasserrohr und tötete ihn. Ironischerweise blieb der andere Wächter auf seinem Posten vor dem nicht zu übersehenden Wachhaus und kam mit Verletzungen davon.

Eine andere Bombe viel pfeifend zur Erde und landete außerhalb der Klostermauern. Sie zerstörte einen großen „Zhao Zhou“-Zedernbaum und riss ein Loch in den Boden, das es noch heute gibt. Allerdings ist es wie ein kleiner Teich mit Wasser gefüllt.

Aber dann, als Xu Yun die Meditationshalle betrat und zu beten begann, geschah ein Wunder. Zwei der Drei Bomber krachten ineinander und stürzten am Ma Ba Berg zu Boden. Das letzte Flugzeug kehrte sofort zum Stützpunkt in Guang Zhou zurück.

Natürlich wurde der Zusammenstoß in der Luft Xu Yuns spiritueller Kraft zugeschrieben. Alle Chinesen, die ihn kannten, hatten keinen Zweifel daran, aber was viel wichtiger ist: auch die Japaner begannen offenbar daran zu glauben. Gouverneure hin oder her, sie versuchten niemals mehr Nan Hua zu bombardieren.

Die Japaner rückten ins Landesinnere vor und Ende 1944 eroberten sie die Stadt Shao Guan. Aber obwohl sie Nan Hua so nahe waren, griffen sie das Kloster nicht an. Wir glaubten, daß sie die spirituelle Kraft Xu Yuns fürchteten. Während der gesamten Besatzungszeit war es den Soldaten nicht erlaubt, die Heiligkeit des Klosters zu stören.

Zurück zu meiner Geschichte. 1940 wurde Wei Yin, der eines Tages Xu Yun als Abt des Nan Hua Klosters nachfolgen würde, ein Mönch. Es war meine Ehre, ihm den Kopf zu scheren und ihm den Namen Wei Yin zu geben. Dieser Name bedeutet: „Siegel der Lehre von Ursache und Wirkung“. Sein zweiter Name wurde Zhi Gua, was „Kenne die Ergebnisse“ bedeutet. Mit anderen Worten: Bestimme Ursache und Wirkung einer Handlung und du wirst die gewünschten Ergebnisse erhalten. Wei Yin blieb im Nan Hua Kloster, um Xu Yun zu helfen, die zusätzliche Last durch die Kriegsopfer zu tragen. Im gleichen Jahr schickte mich Xu Yun in das einst so große Yun Men Kloster, von dem er wusste, daß es baufällig und ohne Ordnung war. Ich sollte dort helfen, die Ordnung wiederherzustellen und die Bauarbeiten überwachen. Für diese Aufgabe erhob mich Xu Yun in den Rang eines Meisters.

Ich musste auf meinem zweitägigen Marsch zum Yun Men Kloster an vielen japanischen Soldaten vorbei. Aber wieder war Xu Yuns Einfluss so groß, daß er sich sogar auf mich auswirkte und kein Soldat sich traute, meinen Weg zu stören. Nachdem ich sicher angekommen war, wohnte ich also fortan in Yun Men.

In Dan Xia Shan, dem drittgrößten Kloster im Gebiet von Shao Guan, gab es keine Probleme mit den Japanern. Die abgelegene Lage des Klosters verhinderte militärische Aktivitäten und Meister Ben Wen konnte den klösterlichen Frieden und die Disziplin erhalten.

Ich blieb im Yun Men Kloster bis 1944 als Xu Yun beschloss, in Nan Hua eine buddhistischen Schule zu gründen, um die alten klösterlichen Vinaya-Gesetze allen, die Mönche oder Nonnen werden wollten, zu lehren. Jetzt konnte ich Xu Yuns Ziel und seinen damaligen Rat für mich, im College zu bleiben, verstehen. Mein Abschluss als Lehrer befähigte mich, die Organisation der neuen Vinaya Schulde zu überwachen und einer ihrer Lehrer zu werden.

Wie Xu Yun von der Notwendigkeit überzeugt war, daß für Kinder eine gute Bildung wichtig ist, beschloss er auch eine Grundschule in Nan Hua zu errichten. Er wollte, daß diese Schule eine Institution ersten Ranges sein sollte und nach kurzer Zeit kamen Schüler aus vielen Teilen Chinas nach Nan Hua, um hier zu lernen. Natürlich spendeten reiche Eltern Geld für den Unterricht, für Bücher und andere Schulmittel ihrer Kinder und auch für Unterkunft und Verpflegung. Aber Xu Yun glaubte, daß alle Kinder, ob reich oder arm, eine Ausbildung verdienen. Deshalb konnten auch arme Kinder seine Schule besuchen ohne irgendwelche Kosten. Xu Yun stellte ihnen Bücher und Lehrmittel zur Verfügung und wenn nötig auch Unterkunft und Verpflegung. Ich betrachtete meine Verantwortung für die Schule als heilige Pflicht und tat mein Bestes, um meine Aufgabe in großer Demut und mit Sorgfalt zu erfüllen. Jeder, der mit der Schule verbunden war, fühlte wie ich und aufgrund unserer unermüdlichen Anstrengungen hatte die Schule schnell einen exzellenten Ruf.

Während Meister Wei Yin und ich in Nan Hua waren, ging Xu Yun nach Yun Men, um dort den Wiederaufbau des Tempels zu überwachen.

Dann änderte mein Weg des Dharmas erneut die Richtung.

Viele Chinesen wanderten - besonders während der Kriegsjahre - nach Hawaii aus. Aber obwohl so viele chinesische Buddhisten in Hawaii lebten, was damals nur amerikanisches Territorium war, gab es keinen buddhistischen Tempel, noch nicht einmal Priester, die lehrten und Zeremonien abhielten. Die chinesischen Hawaiianer schickten ständig Delegationen nach Hongkong und baten darum, daß Priester nach Hawaii geschickt würden, um den Menschen zu dienen und den Bau eines Tempels zu überwachen. Natürlich wollten sie, daß Xu Yun nach Honolulu käme, um den neuen Tempel zu bauen, aber Xu Yun hatte sich dem Wiederaufbau des Yun Men Klosters gewidmet und beschloss, mich an seiner Stelle zu schicken.

Die erste Etappe meiner Mission beendete ich 1949 als in Hongkong ankam und das notwendige Einwanderungsverfahren begann. Vor 1956 würde ich nicht nach Honolulu kommen. Hawaii wurde 1959 ein US-amerikanischer Bundesstaat, aber unser Tempel, den ich Xu Yun Tempel nannte, war der erste buddhistische Tempel auf Hawaii.

Nicht lange nachdem ich 1949 in Hongkong eingetroffen war, endete der chinesische Bürgerkrieg und die Kommunisten übernahmen die Regierung. Die kommunistischen Verbrecher vermuteten, daß Kirchen und Tempel die Lagerstätten für verstecktes Gold und andere Wertsachen waren. Deshalb marschierten sie in die unverteidigten religiösen Gebäude ein und forderten die Geistlichen auf, ihnen diese nicht existierenden Schätze herauszugeben.

1951, während ich in Hongkong war, kam ein Trupp dieser Verbrecher in das Yun Men Kloster und forderte Xu Yun auf, das Gold und den Tempelschatz herauszugeben. Xu Yun versuchte zu erklären, daß es solche Wertgegenstände im Yun Men Kloster nicht gibt. Sie aber weigerten sich, ihm zu glauben und deshalb schlug einer nach dem anderen auf die Mönche ein, um auf diese Weise das Versteck des Schatzes zu erfahren. Ein Mönch wurde sogar zu Tode geprügelt, andere verschwanden und ihre Körper wurden nie gefunden. Viele erlitten ernsthafte Verletzungen wie gebrochene Rippen oder Arme. In den drei Monaten, die dieser Trupp das Kloster belagerte, wurde Xu Yun regelmäßig verhört und geschlagen. Dann steckten sie ihn tagelang in einen kleinen, dunklen Raum ohne Wasser und Brot. Ein paar Mal wurde er bewusstlos geschlagen und für tot gehalten und zurückgelassen. Aber trotz der zahlreichen inneren Verletzungen, seiner gebrochenen Knochen, blieb dieser alte Mann von 93 Jahren aufrecht und weigerte sich mit seiner enormen Willenskraft sein Leben aufzugeben, bevor er nicht seine Aufgabe erfüllt hatte. Er wusste, daß seine lebendige Gegenwart - auch wenn sie noch so wenig spürbar war - dazu diente, die Angreifer zurückzuhalten. Er wusste auch, so lange er am Leben bliebe, könnte er seine Nachfolger inspirieren und in diesen schwierigen Zeiten brauchten sie alle Inspiration, die sie bekommen konnten.

Entscheiden war, daß sein Überlebenswille sehr viel größer gewesen sein muß als der Wille seiner Peiniger, ihn zu zerstören. Xu Yun war - obwohl körperlich geschwächt - unbezähmbar. Er erholte sich trotz der Folter, der man ihn unterzogen hatte.

Obwohl die Verbrecher versuchten, Stillschweigen darüber zu bewahren wie sie diesen heiligen Mann behandelt hatten, erreichte die Nachricht über seine Folter bald die ganze Welt. Und die Chinesen, die auf dem ganzen Erdball verstreut waren, beschwerten sich bei der chinesischen Regierung. Es war undenkbar, daß die japanischen Invasoren die Priesterschaft und die Klöster respektiert hatten, aber das chinesische Militär sie schändete.

Die Behörden in Beijing schickten sofort eine Delegation nach Yun Men, aber weil Xu Yun Repressalien fürchtete, weigerte er sich, formell Klage zu erheben. Sobald er wieder bei Kräften war, begab er sich auf die schwere Reise nach Beijing und bat die Regierung persönlich, ihre Kader zurückzuhalten. Er bestand darauf, zu befehlen, daß alle religiösen Institutionen respektiert werden und der Klerus nicht belästigt wird. Außerdem sollte der chinesischen Bevölkerung erlaubt werden, in Freiheit ihre Religion ausüben zu können. Die Behörden gingen darauf ein, vielleicht, weil sie die Kraft seines mittlerweile Rufes fürchteten. Für ein Zeitlang, zumindest in den letzten Lebensjahren Xu Yuns war die Regierungspolitik der Religion gegenüber toleranter.

Die Regierung duldete jedoch keine weitere Kritik von außen und so gab es bald gar keine Kommunikationsmöglichkeit mehr. In Hongkong versuchte ich verzweifelt Nachrichten über das Schicksal Xu Yuns herauszubekommen, aber es war unmöglich, etwas zu erfahren. Ich schrieb zahlreiche Briefe, aber keiner wurde beantwortet.

Trotzdem schickte ich weiterhin wie üblich Xu Yun Kopien aller Aufsätze und Artikel über Buddhismus, die ich geschrieben hatte. In besseren Tagen hätte ich dann in der Regel Kommentare dazu von ihm bekommen. Aber in jener unglücklichen Zeit, wurde keine meiner Veröffentlichungen mehr von ihm zur Kenntnis genommen.

Dann, 1952, schrieb ich eine Dissertation über die Herz-Sutra, die besonders anerkannt wurde. Ich schrieb sofort dem Verleger in Beijing und erklärte ihm meinen großen Wunsch, die Meinung meines Meisters über diese Arbeit zu erfahren. Auf wunderbare Weise entschloss sich ein Angestellter des Verlages meinen Brief und die Dissertation direkt zu Xu Yun zubringen und auf seine Antwort zu warten.

Xu Yun las beides und dann sage er zu dem Angestellten, daß er die Dissertation für gut befindet und sandte mir seinen Segen. Seine Worte wurden mir übermittelt und diese indirekte Rede war das Letzte, was ich jemals von meinem geliebten Meister gehört habe.

Am 13. Oktober 1959 ging Meister Xu Yun ins Nirvana ein. Die Nachricht von seinem Tod erfüllte mich mit unbeschreiblicher Trauer. In der Öffentlichkeit hielt ich besondere Gedenkzeremonien ab und schrieb einen Nachruf für ihn. Persönlich jedoch war ich von Trauer überwältigt. Tagelang weinte ich und konnte weder essen noch schlafen. Ich wusste, wie viel ich ihm schuldete. Ich wusste, daß er in seiner Weisheit das drohende Dharma des chinesischen Buddhismus, des Dharmas von Hui Neng, Ling Ji und Han Shan vorausgesehen hatte. Er wollte, daß der Weg (Dharma) in die USA führt, wo es sicher war und er gab mir die Gelegenheit genau das zu tun.

Der Tod Xu Yuns lehrte mich vielleicht sogar noch mehr die Kraft seines großen Herzens zu schätzen. Ich verstand nun, daß er in der Lage war, die physische Existenz zu überschreiten und seinen Eingang ins Nirvana so lange zu verschieben, bis er bereit für diese letzte Reise war und er seine heilige Pflicht erfüllt hatte, seinen Einfluss zum Schutze aller Geistlichen in China zu nutzen.

Ich und andere buddhistische Geistliche sowie Geistliche anderer religiöser Glaubensbekenntnisse schulden unser Leben der Hingabe Xu Yuns an Buddha Amitabha und seiner unerschütterlichen Überzeugung, daß diese glorreiche Gegenwart in den Herzen aller Menschen wohnt.

Shanti. Shanti. Shanti. Omitofo (Amitabha).

[Friede, Friede, Friede. Buddha des unendlichen Lichtes und der Güte]

January 1996
Master Jy Din Sakya
Abbot Hsu Yun Temple
Honolulu, HI

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